Ayurveda Lehre

Inhaltsverzeichnis
  1. Historie des Ayurveda
  2. Die drei Doshas - Tridoshas, die Konstitutionen, Beschwerden A-Z
  3. Mala, Agni und Ama
  4. Diagnostik
  5. Die Pancha Karma Kur - Vorbereitung, Hauptbehandlung, Nachbehandlung
  6. Allgemeine Verhaltensregeln (Prophylaxe), Ernährung - Tagesablauf, Empfehlungen/Auswirkungen, Chakras
  7. Yoga
  8. Chakras
  9. Abschließende Empfehlungen und Gedanken
  10. Schrifttum

1. Historie des Ayurveda

Ayurveda ist die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen. "Ayus" bedeutet "Leben" und "Veda" = "Wissen". Ayurveda ist das Wissen, die Wissenschaft vom langen Leben, schlichtweg von der Gesundheit.

Leben und Gesundheit sind die Kombination von Körper, Sinnesorganen, Geist und Seele. Insofern ist Ayurveda nicht einfach irgendeine alternative Heilmethode aus einem fernen Land, sondern eine ganzheitliche Wissenschaft vom Körper, dem Geist, der Seele und Psyche des Menschen.

Ayurveda wurde zu Beginn des sog. Zeitalters "Kali Yuga" vor rund 5000 Jahren erstmals aufgezeichnet. Als Veden bezeichnet man die Gesamtheit der ältesten Texte der indischen Literatur. Dieser große Schriftenkomplex hat den 6-fachen Umfang der Bibel. Die Veden wurden zunächst mündlich von Generation zu Generation überliefert, ab etwa 1500 v. Chr. aber aufgezeichnet.

Anhand astronomischer Tatsachen und textlicher Überlieferungen muß die frühe rigvedische Zeit auf 6000 bis 10500 vor unserer Zeitrechnung datiert werden. Ausgrabungen in Beluchistan, der Harappa-Periode am Saraswati-Fluß und in Mohenjodaro lassen erkennen, dass selbst diese Wunderwerke der Menschheit erst nach der Hochblüte der eigentlichen vedischen Hochkultur entstanden. Der Beginn der Medizin, hier: des Ayurveda, verliert sich also im Dunkel der Geschichte. Die spätere vedische Zeit geht etwa von 3000 bis 600 v. Chr. Danach folgen die buddhistische, die neue Blütezeit und schließlich die Neuzeit etwa ab 1800 n. Chr.

Die Veden haben vier Abteilungen: Rigveda (Upanischaden), Samaveda, Yajurveda und Atharvaveda. Aus dem letztgenannten Wissen von den Zaubersprüchen entstand das Upaveda mit den Lehren über die Medizin (Ayurveda), Musik und Tanz, Architekture und Bogenschießen. Die Yogalehre stammt aus einer anderen Richtung, nämlich dem Epos Mahabharata und dessen Bagavadgita. Wir finden dort die 6 Schulen der Hindu-Philosophie und da die Yoga-Lehre des Pantanjali (etwa 2-4- Jahrhundert v. Chr.). Die Yoga-Lehre wurde später der Ayurveda-Lehre als willkommene Ergänzung angefügt.

Ursprünge der indogermanischen Sprachen, des gesamten abendländischen Wissens über Logik, Medizin, einschließlich Chirugie, finden sich in diesen uralten Schriften und Sprachen wieder. Es wäre also sinnvoll, dieses alte Wissen neu zu beleben und in Beziehung zu setzen zur modernen Medizin, so dass sich beide in ihrer Anwendung optimal ergänzen könnten.

2. Die drei Doshas

Tridoshas

Nach der Lehre des Ayurveda finden unsere gesamten körperlichen und energetischen Funktionen (Stoffwechsel- und Immunsystem, Organe, Gewebeaufbau usw.) ihren Ausdruck in drei Grundkräften, Faktoren oder Bioenergien, nämlich Vata, Pitta und Kapha.

Die Wurzel des Wortes Dosha bedeutet Störung oder Verderben.

In ihrem normalen Entwicklungsstand unterstützen sie die physiologischen Vorgänge des Körpers. Im abnormalen Zustand führen sie zu verschiedenen pathologischen Abläufen im menschlichen Organismus. Der menschliche Körper wird also von den pathophysiologischen Faktoren (Doshas) gestützt, wie ein Haus von seinen Ecksäulen getragen wird. Kein Leben also ohne Vata, Pitta, Kapha. Das Ungleichgewicht einer oder mehrerer dieser Faktoren kann dagegen Krankheit und/oder Tod bedeuten.


Es gibt nach Ayurveda fünf Grundbausteine, Grundzustände oder Aggregatzustände der Materie. Diese stehen in Verbindung mit unseren 5 Sinnen. Die Doshas aber sind aus den fünf Elementen entstanden. Das oder die vorherrschenden Elemente geben dem einzelnen Doshas seinen Charakter (in Klammern: Essen und Trinken bei Störungen):

Äther

Raum, Hören, Hörsinn, Akustik VATA kalt, trocken, mobil, leicht, schnell (heißes Wasser, gekochte Nahrung)

Luft

Bewegung, Fühlen, Tastsinn

Feuer PITTA

heiß, leicht ölig, mobil, flüssig, Licht, Farben, Augenlicht sauer, scharf, feurig

Wasser KAPHA

kalt, feucht, schwer, unbeweglich, weich, süß, schleimig, beständig (leicht, heiß, scharf, z.B. heißes Wasser mit Zitrone u./o. Ingwer, gekochte, scharfe Nahrung, kein Mineralwasser

Erde

Geschmack


Die Konstitutionen

VATA

Wir stehen unter Stress, sind angespannt und haben viele Probleme. Auch des Nachts kommen wir nicht zur wohlverdienten Ruhe; denn in uns arbeiten Probleme und Sorgen weiter. Das ist VATA.

Vata hängt zusammen mit Luft und Raum (leicht, beweglich). Das Wort Vata enthält die Wurzel "Va", das bedeutet: sich bewegen, sich Mühe geben. Vata trägt die Sinneseindrücke ins Gehirn und wieder zurück zu den Organen und entsorgt unsere Abfallprodukte. Der Vata-Typ hat einen leichten Körperbau und der Faktor der Bewegung, der ihn immer antreibt, lässt ihn schnell gehen, schnell denken und schnell sprechen.

Erzählt man einen Witz, so lacht der Vata-Typ meist schon vor der Pointe! Aber sie schreiben mit ihrem Kurzzeitgedächnis den Witz förmlich in die Luft, d.h. sie haben ihn schnell vergessen.

Betrachten wir die Luft: Sie ist kalt; denn warm wird sie erst durch das Feuerelement. Auch im Windschatten ist es kalt, warm wird es erst durch die Sonne (Feuer). Die Luft ist auch beweglich, trocken; denn feucht wird sie erst durch das Wasserelement.

Vata hat aber in der Regel weder Feuer noch Wasser. Ist also nun zuviel innere Bewegung da, zuviel Nervosität, Einschlafstörungen, zuviel Vata, dann liegen Störungen vor. Um die hohe Beweglichkeit abzubauen benötigen wir nun Ruhe, gegen zuviel Trockenheit nun Feuchtigkeit (Trinken, Baden, Dampfbad, feuchtes Klima) und gegen zuviel Kälte natürlich Wärme. Also: Bei Vata-Störungen gilt es Hektik, Trockenheit und Kälte zu vermeiden.

Vata-Störungen sind auch: gestörte Funktion der Sinneswahrnehmungen, Depressionen, Schlafstörungen, Blähungen, Verstopfungen (Knochen, Blut, Neurotransmitter, Schmerzleitung, Kopf- und Nervensystem, Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, "Gedanken-Probleme", Gelenkbeschwerden, Kniebeschwerden, Schwindel, Hämorrhoiden, Übelkeit).

PITTA

Ganz blass kommen wir aus Deutschland in den Süden, legen uns in die Sonne, genießen zwar die Wärme, haben aber vergessen, uns zu schützen. Erst abends bemerken wir, dass wir einen Sonnenbrand haben. Das ist die Energie des Pitta, die Feuerenergie, die die blasse in eine rote Haut umwandelt. Hier der Faktor, der die Dinge umwandelt, medizinisch: der Stoffwechselfaktor.

PITTA nun hängt zusammen mit Feuer und Wasser. Der Pitta-Typ ist also eher feurig. Er hat ein Mittelzeitgedächnis. Der Wortstamm ist: Erhitzen, Erwärmen oder Verbrennen. Pitta fördert die Verdauung und metabolische Prozesse, entfaltet die Sehkraft, unterstützt den Intellekt und ist verantwortlich für die Körpertemperatur. Pitta hat seinen Sitz im Blut und somit eine Verbindung zu Lebergalle, Pankreassaft, Hämoglobin, also mit anderen Worten: primärer Metabolismus, Formation von roten Blutkörperchen, Neurotransmittern, retinalen Pigmenten und Hautpigmenten

Störungen sind dementsprechend: Störungen von Verdauung, Appetit, Durst, Sehvermögen, Blut, Temperatur, Haut, auch Angst, Wut, Mutlosigkeit, geistige Behinderung, oberes Abdomen, Brustbereich, Kopfschmerzen mit Erbrechen, Allergien, Pilze, Bakterien, hohe Cholesterinwerte, Fettleber, Nieren sowie dazugeh. Stauungen der Augen und Beine, Juckreiz, Leukorrhoe, Flor albus, Solar plexus, Magengeschwüre, Zwölffinger- und Dünndarm-Beschwerden).

KAPHA

Die Stabilität von Kapha beruht auf dem Vorhandensein von Wasser und Erde. Kapha-Typen sind eher stabil gebaut und beständig (Kanzler a.D. Kohl!).

Beim Witzeerzählen ist der Kapha-Typ eher ein "Spätzünder", er hat aber ein gutes Langzeitgedächnis. So dauert es zwar länger, ehe er die Pointe versteht. Er kann den Witz aber nach 20 Jahren immer noch erzählen; denn er schreibt ihn nicht in Luft, wie der Vata-Typ, sondern ritzt ihn förmlich in Stein.

Kapha ist kalt, schwer und feucht, eine heiße, trockene Sauna würde ihm also bei Störungen guttun. Kapha ist verantwortlich für die Schmierung, den Zusammenhalt der Gewebe, insbesondere der Gelenke, für Körperkraft, Widerstandskraft gegen Krankheiten und Zerfall, sexuelle Potenz, Geduld, Ausdauer, Seelenstärke, Harmonie.

Pitta ist für die Umwandlung von Kraftstoff in Energie verantwortlich und erzeugt Hitze. Vata stelltt die Kinetik dar und verursacht Abnutzungserscheinungen. Beides muss durch Kapha wieder normalisiert werden. Störungen von Kapha sind daher: Appetitverlust, Gewebeschwäche, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit, Verlust der körpereigenen Immunität, Abmagerung, zuviel Schlaf, Antriebslosigkeit, Lethargie, Verständnislosigkeit, geistige Unbeweglichkeit, Dickdarmbeschwerden, Asthma, Nasenprobleme.

Es gilt also abschließend Folgendes:

Es gibt drei Grundfaktoren und dementsprechend drei Grundkonstitutionen. Jeder Mensch bringt eine bestimmte Konstitution (oder Misch-Konstitution) mit ins Leben: Gesundheit ist die Harmonie der drei Grundfaktoren. Sobald diese Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten, beginnt die Disharmonie, deren Fortsetzung und Festsetzung Krankheit entstehen lässt.


Ziel des Ayurveda ist:

die Harmonieerhaltung, das Gleichgewicht der drei Faktoren, mit anderen Worten: Gesundheitsvorsorge, Prophylaxe
Bei Störung: Wiederherstellung der Harmonie, die drei Kräfte wieder ins Gleichgewicht zurückbringen, also heilen!


Beschwerden von A-Z

  • Störungen und Beschwerden Gestörte Doshas
  • Allergien vorw. Pitta bei Rötung/Entzündung,
  • Kapha bei Jucken
  • Akne Vata bei Stress, Kapha bei Babyspeck und Hormonüberschuß
  • Augenstauungen (Niere!) Pitta
  • Antriebslosigkeit Kapha
  • Abdomen Vata
  • Asthma Kapha
  • Appetitstörungen Pitta, Kapha
  • Angst Vata, Pitta
  • Abmagerung Kapha
  • Bindehautentzündung Vata, Pitta
  • Bronchitis Kapha
  • Blähungen Vata
  • Blutstörungen Pitta
  • Bakterien Pitta
  • Beine, geschwollene Pitta
  • Brustschmerzen Kapha
  • Cholesterin, hohes Pitta
  • Depression Vata
  • Dünndarm Pitta
  • Dickdarm Kapha
  • Erschöpfung Vata
  • Ekzem (sh. Neurodermitis) Vata, Pitta, Kapha
  • Fettleber Pitta
  • Flor albus Pitta
  • Finger, geschwollene Pitta
  • Furunkel Vata, Pitta, Kapha,
  • Fußpilz Vata, Pitta, Kapha,
  • Gedankenprobleme Vata
  • Gelenkbeschwerden Vata
  • geistige Behinderung Pitta
  • Gewebeschwäche Kapha
  • HNO Kapha
  • Hämorrhoiden Vata
  • Haut Pitta
  • Herpes simplex Vata, Pitta,
  • Impotenz Kapha
  • Immunschwäche Kapha
  • Juckreiz, s. s. Pruritus Pitta, auch Vata und Kapha
  • Komedonen, sh. Akne
  • Kälteempfindlichkeit Vata
  • Kopfprobleme Vata
  • Kniebeschwerden Vata
  • Kopfschmerzen mit Erbrechen Pitta
  • Knochen Vata
  • Krampfadern Vata, Kapha
  • Leukorrhoe, sh. Flor albus Pitta
  • Lethargie Kapha
  • Müdigkeit Vata
  • Metabolismusprobleme Pitta
  • Mutlosigkeit Pitta
  • Magengeschwüre Pitta
  • Mitesser, sh. Akne
  • Nervosität Vata
  • Nieren Pitta
  • Nasenprobleme Kapha
  • Neurotransmitter Vata
  • Nagelbett, sh. Furunkel
  • Nesselsucht, s.a. Urtikaria Vata, Pitta, Kapha
  • Neurodermitis, sh. Ekzem
  • Pilze Pitta
  • Potenz Kapha
  • Pruritus Pitta, auch Vata und Kapha
  • Psoriasis Pitta?
  • Schwitzen Pitta, Kapha
  • Schlaflosigkeit Vata
  • Schlaf, fehlender Vata
  • Schwindel Vata
  • Schuppenflechte, s.a. Psoriasis Pitta?
  • Solarplexus Pitta
  • Sonnenbrand Pitta
  • Stress Vata
  • Trockenheit Vata
  • Temperaturstörungen Pitta
  • Talgfluss Pitta
  • Übelkeit Vata
  • Unfruchtbarkeit Kaphait Kapha
  • Urtikaria, sh. Nesselsucht
  • Verstopfung Vata
  • Verdauungsprobleme Pitta
  • Vagina, sh. Leukorrhoe/Flor albus Pitta
  • Warzen Vata
  • Zwölffingerdarm (Geschwüre) Pitta

Damit ergeben sich folgende Indikationen für eine Ayurveda-Kur:

Erkrankungen und Störungen der Sinnesorgane, Kopf- und Nervensystem, Fetthaushalt, Gelenke, Gewebe, Blut, Magen, Dünn- und Dickdarm, Haut (Allergie, Akne, Psoriasis), der Psyche (Depressionen, Angst, Antriebslosigkeit, Wut, Mutlosigkeit). Des Weiteren:

Schlafstörungen, Müdigkeit, Erschöpfung, Schwindel, Hämorrhoiden, Immunsystem, sexuelle Poten, Impotenz, Migräne, Halswirbelsäulensyndrom, Asthma, Bronchitis, Gelenk- (auch: Knie-) Beschwerden, Rheuma, Arthritis, Arthrose, Herz- und Kreislauferkrankungen, Frauenleiden, Morbus Parkinson, Morbus Bechterew, Lähmungserscheinungen

3. Mala, Agni und Ama

Als Mala werden zunächst einmal Abfallprodukte des Körpers bezeichnet, die für funktionelle und struktuelle Aufgaben benutzt werden, das sind daher unverdaute oder unverdauliche Nahrungsrückstände, die vom Magen und Dünndarm weiter in den Dickdarm gelangen. Sie sind also exogener Natur.

Es gibt ferner die als endogen bezeichneten fettigen Bestandteile und anorganische Substanzen, deren übermäßiger Verlust im Rahmen der Pancha Karma-Therapie vermieden werden muss, denn sonst werden die Körpergewebe rapide abgebaut. Im Ayurveda wird daher empfohlen, körperliche Abfallprodukte nicht vollständig aus dem Körper zu eliminieren. Dazu gehören: Urin, Schweiß, Gase, Galle, Ohrenwachs, Fäkalien, Haare, Nägel, Tränen.

Agni ist das Verdauungsfeuer. Es spaltet die Nahrung in ihre einfachsten Komponenten auf, die vom Körper aufgenommen werden können. Jede Zelle enthält Vata, Pitta und Kapha und insbesondere Agni als Pitta, physikalisch, chemisch und biologisch. Agni ist u.a. zuständig für die Umwandlung von Nahrung in Doshas und Mala.

Als anatomische Lage des primären Stoffwechsels wird der gastrointestinale Trakt vom Magen bis zum Ende des Dünndarms angegeben, erstreckt sich aber auch bis in das kleinste Gewebe (Dhatu). Krankheiten entstehen daher hauptsächlich aus falscher Ernährungsweise, wobei Störungen des Agni ebenso Störungen der Tridoshas und das Entstehen von Ama verursachen. Das unverdaute Material des Körpers nennt man Ama. Genau genommen bedeutet es: ungekocht, unreif, unverdaut. Hier entwickeln sich also aufgrund des nicht richtig arbeitenden primären Stoffwechsels Faktoren, die wir durchaus als Gifte bezeichnen können.

Stark gestörte Doshas, Gewebe (Dhatu) und andere Abfallprodukte (Mala) werden als Ama ausgeschieden. Der Körper wird während der Kur zunächst mit verdauungsfördernden Medikamenten, dann mit Öl- und Schwitzkuren behandelt, ehe es zu den der Konstitution und dem Zustand des Patienten entsprechenden eliminierenden Maßnahmen kommt, bei denen die toxischen Substanzen schließlich entfernt werden.

4. Diagnostik

In der Ayurveda werden die verschiedenen Krankheitsursachen vorwiegend auf negatives, individuelles Karma (z.B. regelmäßiges Überessen mit der Folge eines zu hohen Cholesterinspiegels etwa) und kollektives Karma (Zerstörung der Umwelt) zurückgeführt. Dharma bedeutet, in Harmonie und Einklang mit der Schöpfung zu leben, Adharma bedeutet das Gegenteil davon.

Die Stadien einer Erkrankung ergeben folgendes Bild:

  1. Akkumulation = milde Zunahme der Doshas
  2. Provokation = Tendenz zur starken Zunahme der Doshas
  3. Ausweitung = "Überfließen" der gestörten Doshas an andere Standorte
  4. Festsetzen = Doshas verlassen die Hohlräume (z.B. den gastrointestinalen Trakt) und setzen sich im Gewebe fest
  5. Manifestation = Weiterentwicklung der Krankheit mit großen Schmerzen
  6. Differenzierung = Die Krankheit wird entweder chronisch, unheilbar oder klingt ab

Den Beginn der Untersuchung bildet dementsprechend eine ausführliche Anamnese des Patienten und seiner Familie. Die Krankheits- und psychosoziale Anamnese befaßt sich mit der Konstitution, der Krankheitsentwicklung, den Gewohnheiten, Zustand der Psyche, Appetit und Verdauungskraft, körperlichen Kraft, dem Alter, dem Familien- und Berufsleben und der Ernährungsweise. Schließlich folgt die klinische Untersuchung mit Puls-, Zungen-, Augen-, Gesichts- und Händediagnose, Auskultation und Palpitation, ferner Labor für Urin, Stuhl und evtl. Blut.

Die Diagnose lässt schließlich Rückschluss auf die Grundkonstitition zu (also: Vata, Pitta, Kapha oder Mischkonstitution), die gestörten Doshas, den daraus resultierenden Krankheiten und einer Prognose. Schlussendlich wird der Arzt dem Patienten die allgemeinen Verhaltensregeln und die einzuhaltende Diät erläutern und ihm eine entsprechende Therapie mit psycho- und pysiotherapeutischen Maßnahmen und Medikamenten vorschlagen. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Pulsdiagnose nicht der wichtigste Bestandteil der Ayurveda-Diagnostik. Den oder die vorherrschenden Doshas kann der gute Arzt ebenso aus allen anderen Anzeichen des Körpers herleiten.

Während in der Tradionellen Chinesischen Medizin (TCM) über die Pulse direkt auf Organbeschwerden geschlossen werden kann (li: Herz, Leber, Niere; re: Lunge Milz, Niere) werden in der Ayurveda-Diagnostik lediglich dort die konstitutionellen und pathologischen Doshas festgestellt. Das heißt: der Charakter des Pulses lässt über die Doshas auf die Situation schließen, in der sich der Patient befindet (Hunger, Durst, Schwangerschaft, vor oder nach der Mahlzeit usw.), seinen psychischen Zustand (Wut, Angst), die Art der Nahrung, die pathologischen Zustände (Über- und Unterfunktion von Doshas, Schwäche, Fieber, Hämorrhoiden, Asthma) und die Art der Prognose (schlecht, lebensbedrohend, gut).

Auch die Augendiagnose ist nicht mit der westlichen Augen- bzw. Iris-Diagnose zu vergleichen. Es geht lediglich darum, die vorherrschenden Dosha zu erkennen (z.B. unruhige Augen = Vata-, starke Lichtempfindlichkeit = Pitta- und wässerige Augen = Kapha-Überfunktion. Am herabgezogenen Unterlid kann auch der Zustand des Kreislaufes erkannt werden.

Nach der Pulsdiagnose wird die Zungenuntersuchung als wichtigste Methode betrachtet. Dosha-Störungen können hier sehr einfach erkannt werden, aber auch auf direktem Wege Krankheiten z.B. des Verdauungstraktes oder des Mineral- und Vitaminhaushaltes ("Gran Canyon"=zerfurchte Zunge). Schließlich werden die Messwerte des Blutdrucks (bei Arztbesuchen immer mit Vorsicht zu beachten!) und die Laborbefunde mit Zurückhaltung in die Gesamt-Diagnostik mit einbezogen und in Bezug zur Konstitution (Prakriti) und zur aktuellen Störung (Vrikriti) gebracht.

Abschließend werden Vorschläge für die Therapie, die Diät und die Lebensführung gemacht.

5. Die Pancha Karma Kur

Stellen wir uns vor, wir seien gesund. Wir befinden uns im normalen Gleichgewicht. Nun haben wir plötzlich einen stressigen Tag erlebt, kurzfristig über diesen Tag hinweg ist zuviel Vata aufgebaut worden. Es entsteht ein natürliches Ungleichgewicht.Wir werden alles tun, es wieder abzubauen. Wir versuchen, uns in angenehmer Stimmung zu entspannen, nehmen vielleicht ein warmes Bad, essen leicht, ruhen oder schlafen. Dieses Harmonisieren, das kurzfristige Wiederherstellen des Gleichgewichts, eine leichte Störung wieder zu beheben, ist die eine Behandlungsmethode.

Die fundamentale Basis des Ayurveda ist aber die Pancha Karma-Therapie.

Beispiel 1:

Ein Mensch steht stark unter Stress, er hat Kummer, Sorgen, Eheprobleme, vielleicht Arbeitsplatzsorgen. Er hat Angst! Dieser Druck, diese Angst, verengt die Gefäße. Stoffe lagern sich ab, die Folgen sind Thrombosen, Schlaganfall, Herzinfarkt.

Hier ist es die Vata-Energie, die über die Psyche die Gefäße verengt und so eine Verschlackung des Körpers und einen Schaden herbeiführt. Man hat schon bei sehr kleinen, früh verstorbenen Kindern Arterienverkalkungen festgestellt. Dieses System ist also sehr sensibel und reagiert empfindlich auf Stoffe und Einwirkungen, selbst während der Schwangerschaft. Auch Untersuchunngen an jungen, amerikanischen Soldaten während des Korea-Krieges, die zwischen 20 und 30 Jahren starben, ergaben einen hohen Prozentsatz fortgeschrittener Arterienverkalkungen.

Diese Schlacken, Ama genannt, verursachen u.a. Herz- und Kreislauferkrankungen. Sie werden im Rahmen der Pancha Karma-Kur abgebaut.

Beispiel 2:

Nach der Lehre des Ayurveda dominieren die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ganz bestimmte Körperregionen. Vata etwa sitzt im unteren Darmbereich, Pitta im Zwölffinger- und Dünndarm und Kapha darüber bis hinauf in den Kopf. Bei einer Kapha-Störung können sich nun Stoffe im oberen Bereich des Körpers ansammeln. Typisch hierfür sind etwa Bronchitis, Asthma, HNO-Beschwerden. Es können sich Schlacken als Polypen manifestieren, sodass sie nur noch operativ entfernt werden können.

In der Gesundheitsvorsorge nach Ayurveda-Gesichtspunkten geht es nun darum, die Schlacken so schnell wie möglich ohne Gefahr der Manifestation zu entfernen. Bei Schnupfen reinigt sich der Körper selbst. Im Ayurveda wird mit Nasya nachgeholfen, der Reinigung und Freimachung des HNO-Bereiches. Dabei werden Darm und Urogenitalbereich nicht belastet, weil in diesem Fall die Entgiftung ausschliesslich über die Nase läuft.

Allgemeine Verhaltensregeln

Wir werden sehen, daß Pancha Karma aufwendig und damit nicht billig ist. Dem großen Aufwand an Zeit, Material und Personal steht aber ein großer therapeutischer Effekt gegenüber, der auf der Tatsache beruht, dass die Wurzel der Krankheit beseitigt wird (Ursachen- nicht Symptombehandlung). Aus diesen Gründen erfordert eine komplette Pancha Karma-Kur ein Minimum von 3-4 Wochen.

Vorbereitung

(Vorbereitende Behandlungen Purvakarma)

Den Beginn der Kur bilden Maßnahmen zur Förderung der Verdauungskraft (Agni), um z.B. Blähungen zu beseitigen, welche die perfekte Eliminierung der toxischen Substanzen und überschüssigen Doshas aus dem Körper behindern könnten. Ein gutes, verdauungsförderndes und blähungswidriges Mittel bei Pitta- und Vata-Konstitutionen oder Störungen ist Triphala, bei Kapha-Störungen Trikatu mit Honig und einem Schluck Wasser. Beide sollten ein paar Tage oder mindestens am Vorabend der Ölkur eingenommen werden. Das bedeutet: Vor jeder Ölbehandlung ist sicherzustellen, dass keine Verdauungsstörungen vorhanden sind!

Schon während der Anamnese wird festgestellt, welches der therapeutischen Öle für die äußere Anwendung infrage kommt. Meistens werden für den Körper Öle mit wärmender Wirkung, für den Kopfbereich Öle mit kühlender Wirkung benutzt, Öle für die empfindliche Haut, fettreduzierende Öle und Öle für die jeweiligen Tridosha-Konstitutionen. In der Ayurveda-Kur gibt es weit über 100 verschiedene Formeln von Ölen.

Die Ölbehandlungen sind sehr entspannend, haben einen starken Einfluss vorwiegend auf das Vata, sie wirken reduzierend; denn sie sind warm und schwer. Sie machen den Körper warm, geschmeidig und leicht, geben guten Stuhlgang, reinigen die Doshas und treiben Ama an, also die Ausscheidung der Giftstoffe und Schlacken. Diese gehen später dann über den Darm, den Urogenitaltrakt oder auch durch die Haut ab.

Die sanfte Massage hat eine tiefenentspannende Wirkung auf das Zentralnervensystem, löst dabei nicht nur körperliche Spannungen, sondern auch seelische, emotionale Blockaden. Diese Behandlung macht die Haut geschmeidig, verhilft zu natürlicher Schönheit und bereitet zudem die Haut durch Energetisierung auf das Sonnenbaden vor, das gilt besonders für sog. Pulver-Applikationen.. Abhyanga ist die vorwiegend benutzte externe Ölbehandlung, es bedeutet: Einsalbung. Hierbei werden ölige Substanzen auf den Körper gesalbt, dort für einige Zeit belassen und anschließend abgewaschen. Unter Abhyanga werden sieben Stellungen mit entsprechenden Massagen verstanden:

Kopf-, Gesichts-, verschiedene Formen der Körper-, Spezial- und Fuß-Massagen.

Eine äußerst angenehme Zuwendung ist die Synchronmassage, wobei mediziniertes, warmes Öl von zwei Therapeuten synchron aufgetragen und einmassiert wird. Diese Therapie hat eine sehr beruhigende Wirkung, verbessert den Kreislauf, fördert die Heilung bei Entzündungen und Schwellungen, beseitigt Fettleibigkeit und Schmerzen, verringert Müdigkeit und fördert die Bildung von Muskelgewebe. Diese Therapie wird angewandt, wenn ein stärkerer, psychologischer Effekt wünschenswert ist.

Zu Abhyanga gehören ferner vier Behandlungen des Kopfes: Kopfeinsalbung, Kopfgießen, Kopfwickel und Kopfeinlauf.

Vorwiegend wird der Kopfguss = Shirodhara benutzt. Indikationen sind: chronische Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, frühzeitiges Ergrauen, Erkrankungen (vorw. Pitta) der Augen, Ohren und Nase, Migräne, Halswirbelsäulensyndrom.

Auf dem Rücken liegend, mit abgedeckten Augen, wird dem Patienten warmes Öl über die Stirn gegossen. Die entsprechende Flüssigkeit wird in das sog. Dhara-Gefäß gegossen und mit einer schwingenden Bewegung des Gefäßes in einem schmalen Rinnsal auf die Stirn gebracht. In der Regel werden 5 bis 7 Behandlungen dieser Art durchgeführt, an zwei Tagen kann sich der Ölguss auch auf das sog. Dritte Auge in der Stirnmitte konzentrieren.

Shirodhara hat eine tiefgreifende Wirkung, regt alle fünf Sinne an, wirkt bei Migräne, Halswirbelsäulen-Beschwerden, Augenleiden und kann im Mentalen Veränderungen bis zur Öffnung des Dritten Auges bewirken. Es hat einen ebenso positiven Einfluss auf unsere Zungen- und Munddrüsen einschließlich der Ohrspeicheldrüse, holt Aggressionen hervor oder auch Depressionen, auch das Sehen von Bildern und Farben sowie Astralreisen sind nicht selten beobachtet worden.

Während der gesamten Zeit der Shirodhara-Anwendungen sollten unbedingt Kopf und Ohren bedeckt bleiben. Klimaanlagen, Ventilator oder Wind sind zu meiden. Die Patienten sollten keine Anstrengungen und größeren Aktivitäten unternehmen und nach den ersten zwei Anwendungen nicht schwimmen gehen. Diese Verhaltenshinweise sind mehr als wichtig und dringend zu beachten, da es sonst zu Beschwerden, wie Kopfschmerzen und/oder Ohrleiden bis zur Mittelohr-Entzündung, kommen kann.

Die als Ergänzung zu Shirodhara gebotene Mundspülung = Kavala schlemmt die Giftstoffe hinweg. Hierbei wird mit einer sog. Abkochung = Dekokt aus Kräuter der Mund gespült. Wenn die gestörten Doshas sich im Gebiet der Wangen sammeln und durch Nase und Augen austreten, kann man die Substanzen ausspucken. Bei intaktem Trommelfell bietet die Vorbehandlung bei Tinnitus und Ohrenschmerzen das Ohrenfüllen an.

Zur Prophylaxe und bei chronischen Augenerkrankungen wird das Augenbad angewandt. Es ist eine angenehme Behandlung und gibt eine wirklich "neue und goldene Sicht der Dinge". Nun sind die (toxischen) Stoffe also durch die Ölbehandlungen von außen oder auch von innen (z.B. durch die Ghee-Einnahme) aus dem Gewebe gelöst worden. Sie müssen nun als Amas aber noch zu den Ausscheidungsorganen, seien es Nase, Haut, Darm, Urogenitaltrakt, transportiert werden. Die Kanäle (Shrotas) hierfür sind: Lymphsystem, Venen, Arterien und der Darm. Auch diese Kanäle müssen gereinigt und erweitert werden und zwar durch Wärme und Entspannung. Wärme wird erzeugt durch Schwitzbehandlung zur Erweiterung der Gefäße und Aktivierung des Organismus. Swedana = Schwitzen durch Inhalationen, Schwitz- oder Dampfbad (Oberer Körperbereich, Kontraindik.: Hämorrhoiden, Hypotonie), Sauna (chronische Polyarthritis, hoher Blutdruck, Fettleibigkeit), Kräuterbad.

Hier ist Sri Lanka hervorragend geeignet für eine solche Kur, da bereits durch das tropische Klima mit gleichbleibenden Temperaturen um 28 Grad eine Erweiterung der Gefäße stattfindet, sodass weitere Schwitzbehandlungen nur sehr vorsichtig und wenig eingesetzt werden, um den Körper nicht zu überlasten. Als weitere Schwitzbehandlungen bieten sich an: Pizhichil, der warme Ölguss, heisse Wickel oder heisse, nährende Wickel bzw. Abklopfungen mit Milchreisbrei-Säckchen und zahlreiche warme Kräuter- und Ölbäder sowie Duschbäder.

Vor der Nasenbehandlung, Nasya, haben die Götter die Inhalation gesetzt. Bei Augen- und Nasennebenhöhlenerkrankungen, verstopfter Nase, Sinusitis usw. sollen die Giftstoffe (schlechte Doshas, Ama) durch die Nase ausgeschieden werden. Dazu ist als Vorbehandlung die Inhalation erforderlich. Die Patienten legen sich bäuchlings auf die Liege, wobei der Kopf über einer Öffnung liegt. Darunter befindet sich ein großer Topf mit heißem Kräuterwasser. Der Dampf wird nun durch Mund und Nase ein- bzw. ausgeatmet, wobei sämtliche Gefäße im Kopfbereich gereinigt und erweitert werden.

Es ist also Ziel der vorbereitenden Maßnahmen (Purvakarma), Ölmassagen und Schwitzkuren, die im Gewebe festsitzenden Toxine (Ama) zu lösen und in die Hohlorgane zu bringen. Ama sammelt sich vor allem im gastrointestinalen Trakt. Wird Ama nun nicht eliminiert, kann es zu Vergiftungserscheinungen, Bauchkrämpfen, Verdauungsstörungen, Gastroenteritis, Appetitverlust u.ä. kommen. Wenn Ama vom Darm sogar ins Blut gelangt sind Pickel, Akne, Urtikaria, Allergien, Leberfunktionsstörungen, Nieren- u./o. Blasensteine bekannte Folgeerscheinungen. Der vorgeschriebene Ablauf von Vorbehandlung, eliminierender Hauptbehandlung und Nachbehandlung sollte deshalb unbedingt eingehalten werden.

Der Begriff Panchakarma kommt aus dem Sanskrit. "Pancha" heißt "fünf" und "Karma" bedeutet "Tat". Fünf Reinigungsmaßnahmen gaben der Art der Behandlung den Namen. So bedeutet in diesem Zusammenhang "Pradhanakarma" = Hauptbehandlung:

  • Erbrechen
  • Abführkur
  • Darmeinlauf
  • Nasenschleimhauttherapie
  • Aderlass

Vamana, das therapeutische Erbrechen, eliminiert überschüssiges Kapha und Ama im Bereich von Magen und Lunge. Hierzu gehört Mut, starker Wille und körperliche Widerstandskraft. In Indien und Sri Lanka haben die Menschen keine Schwierigkeiten damit, sich auf Wunsch zu erbrechen. Für westliche Patienten wird diese Art der Reinigung in der Regel nur in Ayurveda-Kliniken unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Als falsch und gefährlich sehen Ayurveda-Spezialisten das Erbrechen nach Einnahme größerer Mengen Wasser mit Glaubersalz an.

Die Abführkur (Virecana) entfernt überschüssiges Pitta und Ama (verdaute toxische Substanzen) aus dem Dünndarm und der Leber. Es gibt empfindliche Verdauungsorgane, die schon nach der Einnahme von Milch Durchfall bekommen (Pitta vorherrschend) und unempfindliche Organe (Vata vorherrschend), die selbst nach der Einnahme von Abführmitteln keine Reaktion zeigen. In allen Fällen ist es wichtig, das richtige Abführmittel zu erkennen.

Am Morgen des Abführtages trinkt der Patient auf leerem Magen eine Medizin (Abkochung, Dekokt, Abführmittel) und sodann bis mittags nur warmes Wasser. Das Abführen erfolgt schnell und in der Regel ohne Komplikationen, sodass die Patienten schon mittags wieder ein speziell zubereitetes Menü zu sich nehmen können.

Vasthi, der Darmeinlauf, beseitigt überschüssiges Vata und Ama im Dickdarm. Er wird als eine der wichtigsten Pancha Karma Maßnahmen betrachtet. Es gibt eine große Anzahl von Einlauf-Arten und diverse Unterarten. Die Darmeinläufe dienen zum einen der Reinigung mit ganz geringen Mengen von Flüssigkeiten, zum anderen werden dem Körper mit den wässerigen oder öligen Flüssigkeiten auch Energien und Wirkstoffe zugeführt. Wir wissen von Zäpfchen oder Suppositen bei Fieber und Schmerz, dass der untere Darmbereich Stoffe sehr sensibel aufnimmt und sie auf schnellstem Wege bis in unser Zentralnervensystem leitet.

Die für die Praxis beiden wichtigsten Arten sind:

Ein Einlauf mit öligen Substanzen, die für längere Zeit im Körper behalten werden sollen, bevor sie wieder ausgeschieden werden (ca. 9 Std). Er wirkt reinigend und nährend zugleich und macht den Darm weich und geschmeidig. Die Gefahr, dass der Darm bei wiederholten, wässerigen Einläufen oder solchen mit Dekokten, austrocknet und die Darmflora zerstört wird, ist sehr groß. Insofern wird die im Westen praktizierte Colon-Hydro-Therapie in der Ayurveda nicht befürwortet.

Des Weiteren gibt es Einläufe mit verschiedenen Dekokten und Flüssigkeiten, die innerhalb kurzer Zeit wieder ausgeschieden werden sollen. Sie entfernen Fäkalien und besitzen somit einen stärker reinigenden Effekt, aber dafür einen leicht austrocknenden. Bei Nasya, der Nasenschleimhauttherapie, werden Ama und Kapha im Kopfbereich ausgeschieden. Nasya kommt bei der Behandlung von Krankheiten aller Körperteile, die über den Schultern liegen, zum Einsatz. Die Nase ist die Pforte des Kopfes. Medikamente, die auf diesem Wege abgegeben werden, verteilen sich in den Kofpregionen und beseitigen deren Störungen, z.B. Zentralnervensystem, Migräne, Hemikranie und Hemiplegie, Spannungskopfschmerz, Zahnschmerzen, Ohrenbeschwerden, Augenerkrankungen, Halsschmerzen usw.

Nach den Öl- oder Schwitz-Vorbehandlungen und Inhalation ist auch der Kopfbereich vollkommen durchwärmt und bereit zur Ausschwemmung der Toxine. Bei der einen Art wird dem Patienten eine ölige Substanz (Grundlage: Sesamöl) in die Nase geträufelt und hochgeschnupft. Diese Substanz kann später durch den Rachen ausgespuckt werden. Wenn stärkere und eher austrocknende Wirkungen erwünscht sind, z.B. bei starken Kapha-Zuständen wie extremer Verschleimung der Nasenpassage wird Pulver benutzt. Dieses wird ähnlich wie Schnupfpulver hochgeschnupft und kurze Zeit später nach anhaltenden Niesattacken mit allen Toxinen durch die Nase herausgebracht.

Aderlass oder seine milde Form mit Blutegeln werden seltener durchgeführt, sind aber auch im Westen als effektiv bekannt. Akupunktur findet man, da es zur traditionellen chinesischen Medizin gehört, ebenfalls selten.

Nachbehandlung

(posteliminierende Behandlungen, Pascatakarma)

Nach den vorbereitenden und eliminierenden Maßnahmen sollte der Organismus von pathologischen, toxischen Substanzen, also gestörten Doshas, Dhatu, Mala und Ama, befreit sein.

Nun sind harmonisierende und regenerierende Therapien mit Medikamenten und sog. Rasayanas sowie Psychotherapie, Meditation, Yoga, Musik und sportliche Aktivitäten als Ergänzungen wichtig.

Ayurveda kennt Medikamente für Gesunde. Sie wirken aufbauend, regenerierend und immunstimulierend. Es gibt natürlich auch Medikamente für Kranke: Sie beseitigen Krankheiten. Beide Arten dienen aber gleichzeitig in beiden Einsatzbereichen.

In der Regel werden die Medikamente täglich frisch zubereitet. Es gibt Kräuterweine, Tonic genannt, die durch die natürliche Gärung etwa 1% Alkohol beinhalten, ferner Abkochungen, Dekokte, Pillen und Pulver. Rasayanas fördern die Gesundheit, erhalten jung, beseitigen chronische Müdigkeit, sowohl körperliche wie psychische Schwäche, erhalten das Gleichgewicht der Tridoshas Vata, Pitta und Kapha, stimulieren die Produktion von Verdauungsenzymen (Agni) und verbessern den Teint, sie geben dem Immunsystem neue Kraft. In alten Schriften wird gar der Zweck der Rasayana-Therapie als die Transformation niedriger Energien in höhere Formen bezeichnet.

So gibt es Rasayanas für Körpergewebe, für verschiedene Konstitutionen, für bestimmte Organe, als Aphrodiasiakum (Makaradhwaja), gegen bestimmte Krankheiten, für die tägliche Routine (Chawana Prasawa Lehaya) und aufbauende Rasayanas (Kusmandi und Gold- bzw. Rotes Pulver aus Quecksilber, Sulfur und 40 Kräuter im Goldtopf langwierig hergestellt).

Musik-, Chromo- sowie Bewegungs- oder Tanztherapie gelten als weitere harmonisierende Maßnahmen.

6. Empfehlungen/Auswirkungen

Bei den meisten Purvakarma-Therapien sollte der Patient die vorangegangene Mahlzeit bereits verdaut sowie Darm und Blase entleert haben. Allein Abhyanga, die Ölmassagen, dauern fast eine Stunde, die gesamten Anwendungen in einem Block 1,5 bis 2 Stunden. Während der Therapien sollte möglichst nicht geplaudert werden. Die Behandlungen sind so angenehm, dass der Patient wie von selbst in einen angenehmen Entspannungszustand hineinsinkt.

Nach den Öl- und Schwitzbehandlungen sollte an den Körper keine Klimaanlage, kein Ventilator, kein Durchzug, kein Wind und keine Kälte herankommen. Insbesondere nach der Stirndusche (Shirodhara) sind Kopf und Ohren zu schützen. Ideal ist zudem nach den Therapien eine Stunde Rasten bzw. Ruhen, möglichst ohne (Nachmittags-) Schlaf, weil sonst die Doshas wieder aus dem Gleichgewicht geraten (insbesondere Kapha, also: Widerspruch Kapha-Behandlung durch Shirodhara und Nachmittagsschlaf!).

Während der Therapie sollten auch keine großen Anstrengungen unternommen werden, wie Ausflüge, Lesen, Fernsehen, Kopfarbeit, dagegen leichter Sport (Schwimmen, Spaziergänge) nach Absprache mit dem Arzt. Ein bis zwei Stunden nach den Anwendungen kann warm geduscht werden, möglichst Haare und Körper ohne Shampoo, damit die Wirkung der in die Haut eingedrungenen Öle möglichst lange erhalten bleibt.

Vor und nach den Behandlungen wird viel heißes bzw. warmes Wasser getrunken, bei Durchfall sollte es allerdings lediglich Zimmertemperatur haben. "Leeres Wasser", also Wasser ohne Informationen, nimmt alle Toxine mit sich und läßt sie durch den Körper ausschwemmen. Das trifft in der Regel nicht zu für alle Mineralwässer, Tee, Kaffee, Alkohol usw. Findet die Kur zudem in tropischen Breiten statt, sind täglich zur Auffüllung des Elektrolythaushaltes etwa 4 Liter Wasser zu trinken! Ältere Patienten (je nach Konstitution etwa ab 70 Jahren) sollte Anwendungen nur jeden 2. Tag nehmen.

Weit über die Hälfte der Patienten aus Europa, an denen in Indien oder Sri Lanka Öl- und Schwitzbehandlungen durchgeführt werden, reagieren mit massiven, emotionellen Reaktionen. Westliche Menschen sind kopflastig und haben Hemmungen, ihre Gefühle zu zeigen. Bei den Ölmassagen aber lösen sich ganz natürlich nicht nur körperliche Anspannungen sondern auch und insbesondere ganze Lawinen von seelischen (psycho-somatischen) Blockaden. Die Massagen mit warmem Öl sind sehr sinnlich, es sind fast Streicheleinheiten für Körper und Geist. So können sowohl Gefühle von Euphorie, Wut, Freude, Depressionen aber auch Erotik hervorkommen. Es ist also wichtig, daß die Therapeuten geschult sind, mit solchen teils gefährlichen Situationen umzugehen. Auch wäre es sinnvoll, wenn das Hotel oder der Kurbetrieb zusätzlich einen Psychotherapeuten als Hilfe anbieten würde.

Wie bei fast allen naturheilkundlichen Therapien so können selbstverständlich bei Ayurveda ebenfalls Erstverstärkungen auftreten. Wenn gar Diagnose und Therapie nicht korrekt durchgeführt werden oder der Patient die Empfehlungen der Ärzte, Therapeuten und Betreuer missachtet, sind unerwünschte Auswirkungen vorprogrammiert. Mögliche Reaktionen sind dann: Ohrenbeschwerden, Kopfschmerzen, Allergien, Migräne, gestörter Schlaf, epileptische Anfälle, Verdauungsstörungen, Verstopfung u.ä.

7. Yoga

Yoga hat seine Wurzeln nur mittelbar in den Veden, aus denen Ayurveda entstand. Vermutlich entstand das Yoga-Gebilde zuerst aus der sogenannten Hechel-Atmung und dem Rezitieren (z.B. OM) meditierender Mönche. Im altindischen Epos Mahabharata und zwar dem Teil, den man unter der Bezeichnung Bagavadgita kennt, tauchen erstmals schriftliche Zeugnisse von Yoga, speziell Pranayma, den Atemübungen, auf. Etwa im 2.-4. Jahrhundert v. Chr. schreibt Patanjali Yoga-Abhandlungen. Später fanden Rishis, Yogis und Mönche ein System von Übungen, die als Vorstufen Pranayama und Meditation erleichterten, den Körper geschmeidig hielten und die Energieströme des Prana fließen ließen.

Im Yoga gibt es vier Hauptrichtungen: Karma-, Bhakti-, Inana und Raja-Yoga, ferner Nebenrichtungen wie Kundalini-, Sankya-, Mantra-, Laya- und Kriya-Yoga. Aus dem Raja-Yoga, dem königlichen Yoga des Patanjali, Ashtanga genannt, entstanden die acht Sprossen der Yogaleiter zu höherem Bewußtsein, das sind allgemeine Lebensregeln auf ethisch-sittlicher Grundlage:

Yama ist die soziale Hygiene, die Art und Weise unserer Beziehung zur Gesellschaft. Niyama bezeichnet die persönliche Hygiene, im körperlichen wie im geistigen Bereich. Asana sind die Körperhaltungen, allgemein als Yoga bezeichnet. Sie beeinflussen das sensorische, motorische und zentrale Nervensystem, stärken und dehnen Muskeln, Sehnen, Bänder und fördern die Durchblutung. Sie dienen auch der Vorbereitung zu Pranayama, den Atemübungen. Da Emotionen unsere Atmung beeinflussen, können wir umgekehrt auch durch Beeinflussung unserer Atmung die Emotionen beruhigen. Wir kontrollieren hiermit unsere Psyche. Pranayama verbessert zudem den Sauerstoffgehalt des Blutes, die Hirnfunktion, den Stoffwechsel und die Kapazität der Lungen. Vorsicht ist jedoch geboten, bei selbstständigem Erlernen von Pranayama-Übungen mit Atemverhaltungen!

Pratyahara lehrt uns, Gedanken und Gefühle passieren zu lassen, ohne auf sie einzugehen, einfach nur beobachten, wie sie an uns vorbeifließen. Dharana gibt Ruhe nach Pratyahara und stärkt die Konzentration. Dhyana ist schließlich die nächste Stufe. Es ist, nachdem alle Gedanken in den Hintergrund gerückt sind, die Meditation schlechthin. Hierzu gehört auch Yoga-nidra und Suryanamaska, der Sonnengruß.

Samadhi ist die letzte und höchste Stufe des achtfachen Yoga-Pfades. Es bedeutet: "fest verwurzelter Geist". Es ist der Punkt, von dem man nicht mehr ins materielle Bewusstsein zurückkehrt, sondern in einem Zustand von unermesslichem Glück verbleibt.

In der Ayurveda-Behandlung hat Yoga seinen Platz gefunden. Wenn ein Yogaprogramm auf den Patienten und seine Indikation abgestimmt und mit der nötigen Vorsicht begonnen wird, dann ergeben sich wunderbare Resultate aus der Kombination von Yoga und Ayurveda. Insbesondere zur Nachbehandlung und auf Dauer kann Yoga die Ayurveda-Behandlungen steigern und auf lange Sicht große Erfolge verzeichnen.

Der Morgen sollte mit dem Sonnengruß beginnen. Als Asanas bieten sich eine Folge von Übungen an, die nach dem Yogi Rishikesh benannt wurden (siehe Schrifttum). Als Übung zur Kontrolle des Atems reicht zunächst die Nasenwechselatmung (Nadi Sodhana) völlig aus. Danach folgt die Meditation, für den Anfänger reichen 1-5 Minuten dabei völlig aus.

8. Chakras

Cakra kommt aus dem Sankrit und bedeutet: "Rad, Kreis", das ist die Bezeichnung für die Zentren subtiler oder "feinstofflicher" Energien (Prana, Kundalini) im Menschen.

Sie sammeln, transformieren und verteilen die sie durchströmende Energie. Wenn die Chakras auch Entsprechungen auf der grobstofflichen, körperlichen Ebene haben (z.B. Herz oder Solarplexus), so sind sie mit diesen Entsprechungen jedoch nicht identisch. Doshas haben das Bestreben, durch die Chakren zu gehen. So ist auch für die Chakren eine Balance zugunsten der Tridoshas wichtig.

Es gibt:

  1. Das Wurzel-Chakra, Muladhara, zwischen Anus und Genitalien, Farbe gelb (auch: rot), Element Erde.
  2. Sakral-Chakra, Milz- oder Bauch-Chakra, Svadhisthana, Farbe weiß (auch: orange), Element Wasser.
  3. Das Nabel- oder Solarplexus-Chakra, Manipura, Farbe rot (gelb), Element Feuer.
  4. Herz-Chakra, Anahata, Farbe grau-blau (grün), Element Luft.
  5. Das Kehlkopf-Chakra, Vishuddha, Farbe weiß (blau), Element Äther.
  6. Stirn-Chakra, Ajna, drittes Auge, Farbe weiß (violett).
  7. Scheitel- oder Kronen-Chakra, Sahasrara, Farbe weiß/silber.

9. Abschließende Empfehlungen und Gedanken

Nach einer mehrwöchigen Pancha Karma-Kur wird es der Patient schwer haben, sich wieder seinem westlichen Lebensstil zuzuwenden. Er wird erkennen, dass eine über 5000 Jahre alte Methode ihren Sinn nicht verloren hat und er wird versuchen, einige Empfehlungen in seinem Leben zu verwirklichen.

Am Beginn eines jeden Tages sollte, neben dem Sonnengruß, die Zungenreinigung stehen. Ablagerungen auf der Zunge stören die Geschmacksnerven, fehlerhafte Informationen über die zugeführte Nahrung führen unweigerlich zu Verdauungsstörungen. Bessere Geschmacksnerven führen nicht nur zu vernünftiger, instinktiv guter Ernährung, sondern könnten dem einen oder anderen den letzten Anstoß geben, mit dem Rauchen aufzuhören.

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettelmann, diese Weisheit finden wir auch im Ayurveda:

  • Frühstück wie ein König
  • Mittagessen wie ein Farmer
  • Abendessen wie ein Bettler

Während der Kur umfasst das Frühstück in der Regel nicht mehr als eine Kräutersuppe und Obst, im Westen kann später Vollkornbrot dazugereicht werden. Ein Ei pro Woche ist erlaubt. Ein gutes Mittagessen besteht aus Reis und gedünstetem Gemüse, Fisch ist möglich und oft auch erforderlich. In Indien und Sri Lanka gibt es "Reis und Curry", das sind diverse Reissorten und vielleicht 10 gut gewürzte Gemüsearten. Zum Abendessen gibt es wiederum eine Suppe, danach wenig Reis und Gemüse, als Nachtisch Obst.

Nach Ayurveda-Gesichtspunkten gilt folgende Empfehlung:

Verboten:

Tomaten, Passionsfrucht und Ananas, da stark säuernd. Ferner: Essigprodukte, Chutney, Schweine- und Rindfleisch, Milchprodukte

(auch: Butter, Käse usw.), Kalte Getränke und Speisen. Roher Salat, Fisch und Obst sind abends nicht mehr angezeigt.

Rohen Salat gibt es im Ayurveda nur selten. Er ist für Menschen schwer verdaulich und kann zu Gelenkentzündungen führen. Hier sollte man einer 5000 Jahre alten Ernährungsform den neueren, vielleicht 50 Jahre jungen Formen den Vorzug geben. Selbst bei den als Heilnahrung postulierten Ernährungsformen, wie Bircher-Benner, Dr. Bruker, Dr. Lützner, Dr. Miehlke usw. ist bekannt, dass hohe Frischkostanteile in der Nahrung sich als unverträglich herausstellen können und damit zu reduzieren oder ganz durch kurzgegarte, pflanzliche Lebensmittel zu ersetzen sind.

Erlaubt:

Ayurveda ist nicht gleichbedeutend mit Vegetarismus. Im Gegenteil: Bei besonders schweren Erkrankungen kann eine Diät auch besondere Fleischarten umfassen.

In der Regel ist weißer Fisch zu Mittag gestattet. Apfelessig oder heißes Wasser mit Zitrone oder Lemonen zum Frühstück (abnehmen), nicht später. Ferner: Obst, Gemüse, Sojaprodukte inc. Sojaöl, Sesamöl als pflanzliches Fett (äußerlich und innerlich anzuwenden), Ghee als tierisches Fett, Faserprodukte bei schlechter Verdauung (hier: Bohnen, Spargel, Okra usw.).

Als wichtigster Aspekt der Ayurveda-Verhaltensweisen hat sich das exakte Einhalten der täglichen Mahlzeiten herausgestellt. Leider lässt sich dies im Westen meistens nicht realisieren. Da aber die drei Doshas auch zu bestimmten Zeiten arbeiten, wäre es wichtig, immer zu gleichen Zeiten zu essen. Der Interessierte sollte, neben warmem bzw. heißem Wasser, vormittags Pitta-Tee trinken (Nierendurchspülung), tagsüber Kapha-Tee und abends Vata-Tee (Kopf und Nervensystem).

Gegen zu hohen Blutdruck und zu hohen Cholesterinspiegel legt man Knoblauch-Stückchen (ohne Mittelteil) 2-3 Monate in Honig ein und ißt dann morgens und abends ein Stückchen. Gegen Haarverlust oder -Probleme bieten sich Shampoos aus oder mit Advocado oder (möglichst frischer) Aloe Vera an.

Gegen Migräne hilft folgendes "Müsli": Braunen Reis kochen und über Nacht im Wasser stehen lassen. Am Morgen das Wasser entfernen, Salz, Zwiebel, je nach Geschmack evtl. Knoblauch zufügen, ferner und ganz wichtig: Kokosmilch, dann essen. Es bilden sich offenbar Lactobazillen, die Kokosmilch schwemmt Gifte aus dem Körper und das "Müsli" entfernt somit schlechtes Vata, was Migräne verursacht.

Wir sahen, bei welchen Indikationen Ayurveda angezeigt ist und mit welch geringem Aufwand auch zu Hause ein Langzeiteffekt eintreten kann. Ayurveda gibt gesunde und schöne Haut, erreicht Gewichtsnormalisierung, strahlende, klare Augen, Gewebeverbesserung, Verjüngung und eine Verlangsamung des Alterungsprozesses.

Es findet ferner statt: eine Anregung der Selbstheilungskräfte, Stärkung der Immunabwehr, Stärkung des Nervensystems, Revitalisierung, Verbesserung des Allgemeinbefindens, tiefgehende Entspannung, innere Gelöstheit und Gelassenheit. So bietet Ayurveda also im Endeffekt eine gesteigerte Lebensfreude und ein höheres Energieniveau, um gegen alle Stressangriffe besser gerüstet zu sein!

10 Schrifttum

Hans-Heinrich Rhyner

Das Praxis Handbuch Ayurveda Urania-Verlag

Lexikon der östlichen Weisheitslehren

O.W. Barth Verlag

Andre van Lysebeth

YOGA für Menschen von heute Mosaik Verlag

Andre van Lysebeth

PRANAYAMA, die große Kraft des Atems O.W. Barth Verlag

Horst Bergers